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Glücksspielsucht

Glücksspielsucht
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Der medizinische Fachbegriff für Glücksspielsucht ist pathologisches (zwanghaftes) Spielen. Dieser Zwang führt zu den Problemen, die Betroffene dieser Krankheit erleiden.

Der Teufelskreis

Die Glücksspielsucht ist vorrangig eine Sucht, wie auch die Abhängigkeit von Alkohol oder Heroin. Durch die Zuführung von äußeren Reizen verschafft sich der Süchtige Befriedigung. Er nutzt das Belohnungssystem des menschlichen Gehirns um sich Glücksgefühle, die normalerweise beim Sex oder beim Sport ausgeschüttet werden, über einen Umweg – quasi über eine Abkürzung – zu verschaffen. Doch je öfter diese Abkürzung benutzt wird, umso höher muss die Dosis des Mittels sein, um die gewünschte Reaktion im Gehirn hervorzurufen.

Diese Abstumpfung dem normalen Leben gegenüber und der Zwang immer mehr für den Glücksrausch zu tun, führt zu den krankhaften Handlungen des Süchtigen.

Glücksspielsucht ist also keine Charakterschwäche oder ein Zeichen von Unreife – es ist eine ernstzunehmende Krankheit, die, ab einem bestimmten Zeitpunkt, nicht mehr allein durch Willenskraft zu besiegen ist.

Aus diesem Grund werden Glücksspiele in Deutschland verboten bzw. werden gesetzlich streng reguliert und kontrolliert.

Gründe der Krankheit

Viele der bis zu 400.000 Betroffenen in Deutschland (überwiegend Männer) gleiten langsam in die Sucht. Das Spielen beginnt als Spaß und als Versuch mit unangenehmen Gefühlen wie Depressionen oder Angst fertig zu werden. Nicht alle Menschen sind gleich empfänglich für die Glücksspielsucht: es hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  1. Selbstwertgefühl
  2. soziales Umfeld
  3. persönliche Voraussetzungen auf psychischer und genetischer Ebene

Das heißt, dass zwei Spieler, die im gleichen Ausmaß spielen, nicht zwingend beide süchtig oder gleich schnell süchtig werden müssen.

Die drei Phasen der Glücksspielsucht

  • Die Gewinnphase ist die erste dieser Phasen und ist charakterisiert durch gelegentliches Spielen. Gespielt wird zum Spaß und die Gewinne stärken den Glauben an einen „großen Gewinn“. Es entwickelt sich ein Wunschgedanke und der Betroffene beginnt größere Beträge zu setzen und immer öfter zu spielen.
  • Es folgt die Verlustphase. Hier werden die Verluste verdrängt aber die Gewinne übersteigert. Der Wunschgedanke wird zur fixen Idee. Die Gedanken des Betroffenen kreisen immer mehr um das Spiel und er beginnt, sich von seinem Umfeld zu isolieren.
  • Die letzte Phase, die Verzweiflungsphase, ist durch das Verhalten gekennzeichnet, was man umgangssprachlich mit der Glücksspielsucht verbindet. Die Isolation von Familie und Freunden ist abgeschlossen, die Persönlichkeit verändert und die Betroffenen kommen in moralische und rechtliche Schieflagen, da sie nun bereit sind, das benötigte Kapital auf allen erdenktlichen (auch illegalen) Wegen zu beschaffen. Zu den Problemen mit sich selbst sind Probleme mit anderen und mit dem Gesetz gekommen. Dieser Teufelskreis kann bis zum Selbstmord führen.

Behandlung

An diesem Punkt kann dem Betroffenen nur noch eine Therapie helfen. Selbsthilfegruppen und Psychologen sowie auf Glücksspielsucht spezialisierte Einrichtungen ermöglichen dem Süchtigen auf lange Sicht ein annähernd normales Leben. Meistens braucht es zusätzlich einen Schuldenberater.

Der schwerste Schritt der Rehabilitation ist jedoch das Eingestehen des eigenen Betroffenseins. Wie alle Süchtigen belügen sich auch Glücksspielsüchtige selbst damit, dass sie alles unter Kontrolle haben. Hier müssen Angehörige und Freunde einschreiten und den Betroffenen konfrontieren, um den Absturz aufzuhalten. Das Internet bietet hierfür viele Hinweise und Anlaufstellen in ganz Deutschland, wie beim:

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